Brauchen auch Geschlechtsorgane Jod? Eierstockzysten, Brustkrebs, Schwangerschaft, Prostatabeschwerden  (Thema Jod / Teil 3)
Brauchen auch Geschlechtsorgane Jod? Eierstockzysten, Brustkrebs, Schwangerschaft, Prostatabeschwerden  (Thema Jod / Teil 3)

Brauchen auch Geschlechtsorgane Jod? Eierstockzysten, Brustkrebs, Schwangerschaft, Prostatabeschwerden (Thema Jod / Teil 3)

Es ist schon länger bekannt, dass Jod in der Schilddrüse benötigt wird, damit diese gut funktionieren kann. Ein Jodmangel ist gerade in unseren Breitengraden sehr häufig, und doch taucht es in kaum einer medizinischen Laboranalyse auf. Es wird davon ausgegangen, dass das überall erhältliche jodierte Salz ausreicht, um einem Mangel vorzubeugen.

Ich bin in zwei meiner Blogbeiträgen bereits auf dieses Thema eingegangen:

Nun benötigt aber nicht nur die Schilddrüse dieses essentielle Spurenelement, sondern auch viele weitere Organe in unserem Körper. Da dies leider immer noch eine recht unbekannte Tatsache ist – leider mit weitreichenden Folgen für unsere Gesundheit – möchte ich mit meinem heutigen Artikel etwas Licht ins Dunkel bringen.

Ich möchte aufzeigen, welche Bedeutung Jod für unsere Geschlechtsorgane hat – für die Eierstöcke, das Brustgewebe, die Prostata und in der Schwangerschaft.

Mit Jod Eierstockzysten wegzaubern?

Bevor ich zu den Details der Bedeutung von Jod für die Eierstöcke komme, möchte ich Ihnen meine persönliche Geschichte zu diesem Thema erzählen:

Vor einigen Jahren wurde bei mir im Rahmen eines Kontrolltermins bei der Gynäkologin mittels Ultraschall eine Eierstockzyste festgestellt. Ich sollte nach einigen Wochen zu einer Kontrolle kommen, um zu sehen ob sich diese zurückgebildet hätte. Das tat ich, und sie hatte sich nicht zurückgebildet. Im Gegenteil, aus einer waren zwei geworden, und stark vergrößert hatten sie sich auch. Die Ärztin machte mir Angst und bestand darauf, dass ich in ein Krankenhaus ginge, um die Zysten entfernen zu lassen.

Nachdem ich den Termin im Krankenhaus ausgemacht hatte, rief ich sofort meine ganzheitlich arbeitende Schilddrüsenärztin an und bat um ihre Meinung zu diesem Thema. Ich hatte kurz davor mit der Einnahme von Jod begonnen, und auch mit bioidentem Progesteron aufgrund meiner damals diagnostizierten Östrogendominanz.

„Frau Schuh, Sie haben doch einen Jodmangel. Das Jod das Sie einnehmen dürfte es noch nicht überall hin geschafft haben. Nehmen Sie die Jodcreme, und tragen Sie diese auf den Unterbauch direkt über den Eierstöcken auf.“ Ich hatte die Jodcreme (welche Jod in Form von Lugol‘scher Lösung enthielt) für meine Kinder erhalten, da auch sie einen Jodmangel hatten, und tat was mir geraten wurde.

Einen Monat später war ich im Krankenhaus – und für einen Moment war die Ärztin dort etwas verdutzt. Sie fragte mich, ob ich mir absolut sicher wäre, dass ich Zysten gehabt hatte. Es wären keine zu sehen, gar nichts. Dass sich diese nur mit Jod und so schnell zurückbilden würden, überraschte sie sehr. Und ich … ich war natürlich erfreut!

Was war da passiert? Wieso war das Jod in der Lage, meine Eierstockzysten wegzuzaubern?

Die Forschung bestätigt, dass ein starker Zusammenhang zwischen einem Jodmangel und Eierstockzysten (Ovarialzysten) besteht, sogar zu Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom). (Quelle 1, Quelle 2)

Die Jodkonzentration in den Eierstöcken ist höher als in allen anderen Organen außer der Schilddrüse. (Quelle)

Laut Dr. Flechas ist das Problem mit dem Jod, dass es in der Schilddrüse gespeichert werden kann, in allen anderen Organen hingegen nicht. Wenn wir also Jod nur in Form von jodiertem Salz zu uns nehmen, reiche das gerade mal für die Schilddrüse, zu den restlichen Organen würde es aber gar nicht gelangen.

Man versteht noch nicht ganz genau, wie der ganze Prozess abläuft, aber Jod scheint die Ovulation zu fördern, also einen gesunden Eisprung. Jod beugt Ovarialzysten vor und steigert das Progesteron, weil beim Eisprung Progesteron hergestellt wird.

Gleichzeitig kann Jod Östrogen reduzieren:

Einerseits sorgt es für einen optimalen Abbau von Östrogen nach dem Eisprung. Was passiert wenn dieser Prozess in der Leber gestört ist, habe ich hier ausführlich beschrieben.

Andererseits macht es die Zellen weniger empfindlich gegenüber Östrogen.

Daher sollte man Jod nicht außer Acht lassen, wenn man es mit einer Östrogendominanz, einem Progesteronmangel, Ovarialzysten, PMS (Prämenstruellem Syndrom) oder sogar mit PCOS (polyzystischem Ovarialsyndrom) zu tun hat. (Quelle)

Auch gilt dies für die Brustgesundheit, denn auch hier haben wir es mit einer Entgleisung von Geschlechtshormonen zu tun.

Brüste lieben Jod

„Jod und seine Stoffwechselprodukte spielen in der Brustdrüse offenbar eine ebenso entscheidende Rolle in der Wachstumsregulation und der Entstehung von Neoplasien wie in der Schilddrüse.“, so ein Artikel in der Deutschen Zeitschrift für Onkologie aus dem Jahre 2009. (Quelle)

Im Brustgewebe zeigt Jod ganz stark seine antioxidativen Fähigkeiten. Es schützt vor Zellschädigung (Quelle), und es fördert die Entwicklung von normalem Brustgewebe und verhindert die Bildung abnormaler Zellen. (Quelle)

Ein bestehender Jodmangel wird auch mit einem erhöhten Risiko für fibrozystische Mastopathie in Verbindung gebracht. Auch hier hat eine Jodeinnahme positive Ergebnisse gezeigt. (Quelle)

Das alles könnte erklären, wieso es in Ländern mit einem hohen Algenkonsum, wie beispielsweise in Japan, die wenigsten Fälle an Brustkrebs gibt. (Quelle)

Was heißt aber „antioxidative Fähigkeiten“, was tut das Jod hier genau?

Nun, es hat sich herausgestellt, dass Jod die sogenannte Apoptose in Gang setzen kann. (Quelle 1, Quelle 2)

Apoptose bedeutet, dass unsere Zellen sich selbst zerstören, sobald sie geschädigt sind, es ist ein programmierter Zelltod. So kann sich der Körper präkanzeröser und virusinfizierter Zellen effizienter entledigen.

Als starkes Antioxidans bindet und entgiftet Jod außerdem Quecksilber, Chlorid, Brom, Fluorid und andere Schwermetalle. (Quelle)

Auch Männer brauchen Jod

Es hört sich bisher so an, als wäre der Bedarf an Jod ein reines Frauenthema. So ist es natürlich nicht! Die Schilddrüse haben Männer auch, das haben wir alle gemeinsam. Wo Männer aber auch noch Jod benötigen, ist die Prostata.

Wenig überraschend ist also auch hier, dass es in Japan die wenigsten Fälle an Prostatakrebs gibt. (Quelle)

Genauso wie die Eierstöcke, die Brust, die Schilddrüse und das Gehirn verfügt auch die Prostata über bestimmte Transportsysteme (unter anderem den Natrium-Jodid-Symporter), die ihr das Filtern von Jod aus dem Blut und dessen Speicherung ermöglicht. (Quelle)

Die Prostata umgibt die Harnröhre vollständig und genau diese Tatsache kann zu Problemen führen, wenn die Prostata sich vergrößert. Dies entsteht durch gutartige Knoten (Adenome) im Inneren der Prostata. Sie drückt dann auf die Harnröhre, was zu einer Behinderung des Urinflusses führen kann. Dies alles geschieht mit steigendem Alter.

Dr. Kyra Kauffmann und weitere Jodexperten haben bereits gute Ergebnisse mit Jod bei Prostataproblemen erzielt, die Studienlage dazu ist aber leider noch sehr dürftig.

Jod in der Schwangerschaft 

Wann ist eine gesunde Hormongesundheit bei der Frau noch wichtig? Sowieso immer, aber besonders in der Schwangerschaft bzw. um diese zu ermöglichen, nicht wahr?

Jod ist absolut essenziell für die Entwicklung eines Kindes – und das bereits im Mutterleib, als auch danach. 2018 hat eine Studie gezeigt, dass Frauen mit einem niedrigen Jodspiegel im Durchschnitt länger bis zur Empfängnis brauchen als Frauen mit einem optimalen Jodspiegel. (Quelle)

Ein starker Jodmangel wird außerdem in Verbindung gebracht mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten, Totgeburten, angeborene Anomalien und ein niedriges Geburtsgewicht. Jod ist für das Wachstum, die Schilddrüsenentwicklung und die Gehirnentwicklung des Babys von wesentlicher Bedeutung. (Quelle)

Leider ist es so, dass selbst leichte Jodmängel während der Schwangerschaft zu neurologischen und kognitiven Beeinträchtigungen bei Kindern führen können. Dazu gehören beispielsweise ein niedriger verbaler IQ oder eine niedrigere Lesefähigkeit. (Quelle) Es hat sich sogar gezeigt, dass die Einnahme von Jod während der Schwangerschaft die Wahrscheinlichkeit von ADHS-Störungen verringern kann. (Quelle)

Was nun?

Wenn Sie bei sich einen Jodmangel vermuten, macht es durchaus Sinn, dies zu überprüfen. Welche Möglichkeiten es dazu gibt, welche Werte als „gesund“ betrachtet werden und welche Cofaktoren Jod benötigt, habe ich alles hier beschrieben: Brauche ich Jod oder nicht?

Was aus meiner Sicht an dieser Stelle zu erwähnen sehr wichtig ist, ist dass Sie die Joddiagnostik bei einem schilddrüsen- und joderfahrenen Arzt, Heilpraktiker oder Therapeuten machen lassen, als auch eine eventuelle Supplementierung mit Jod durch diese/n begleiten lassen. Jod ist ein sehr potentes Nahrungsergänzungsmittel, und keines das im Alleingang eingenommen werden sollte. Die regelmäßige Überprüfung der Jodwerte und die Anpassung der einzunehmenden Jodmengen ist nicht nur bei Schilddrüsenerkrankungen unerlässlich.

 


 

WICHTIG: Die dargestellten Informationen sind ausschließlich für den Informationsgebrauch bestimmt. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und können einen ärztlichen Rat nicht ersetzen. Ferner sind die dargestellten Informationen nicht dazu geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen. Ebenso wenig dürfen sie als Aufforderung zu einer bestimmten Behandlung oder Nicht-Behandlung einer möglichen Krankheit verstanden werden.

Über die Autorin - Mag. Klaudia Schuh

Mein Name ist Klaudia Schuh. Ich habe selbst lange um meine Gesundheit gekämpft. Was ich in den letzten Jahren am eigenen Leibe erfahren durfte war, dass sowohl der Lebensraum der uns umgibt, als auch die Art der Nahrung die wir zu uns nehmen, einen immensen Einfluss auf die Qualität unseres Lebens und unser Wohlbefinden haben. Durch Veränderungen meines Lebensstils, vor allem durch verbesserte Schlaf- und Ernährungsgewohnheiten, habe ich Schritt für Schritt mehr Lebensqualität zurückerlangt.

Und genau das möchte ich auch für meine Klientinnen und Klienten erreichen. Ich arbeite als ganzheitlicher Gesundheits- und Schlafcoach in eigener Praxis in Österreich, und praktiziere einen ganzheitlichen Gesundheitsansatz indem ich alle Teile des Seins betrachte und wie diese miteinander verbunden sind. So kombiniere ich mein gesamtes Wissen und meine Erfahrung aus den Bereichen Schlafwissenschaft, Ernährung, Schadstoffe und Entspannung und begleite meine Klientinnen und Klienten leidenschaftlich auf ihrem Weg zu mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Energie. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Auf meinem Blog schreibe ich vor allem zu den Themen wohltuender und gesunder Schlaf und Schlafschwierigkeiten, Hormongleichgewicht und artgerechte Ernährung.

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