Heißhunger auf Schokolade?
Heißhunger auf Schokolade?

Heißhunger auf Schokolade?

Ach, was war das für ein langer anstrengender Tag. Jetzt nur noch ab auf die Couch und im Lieblingsbuch weiterlesen, eingekuschelt unter einer Decke und mit einer warmen Tasse Tee in Griffweite. Moment, da fehlt noch etwas. Aber was? Lust auf etwas Süßes, etwas Schokoladiges. Nein. Doch. Nein. Doch! Na gut, aber nur ein Stück. Also nochmal aufstehen und eine Tafel Schokolade holen. Jaaaa. Jetzt ist alles perfekt. JETZT kann ich entspannen.

Na, erkennen Sie sich wieder? Ich mich auf jeden Fall. Und ich spreche nicht von der herb-bitteren Zartbitterschokolade mit über 85% Kakaoanteil, von der man vielleicht sogar behaupten könnte, sie sei gesund (weil weniger Zucker und so). Ich spreche von der buttrigweichen, cremigen Vollmilchschokolade, mit gaaanz viel Zucker drin.

Woher kommt dieser Heißhunger auf Schokolade, der uns besonders abends regelmäßig überkommt. Was ist in der Schokolade enthalten, dass unser Körper so sehr danach verlangt?

Ich verrate es Ihnen: Schokolade enthält Magnesium und Antioxidantien. (Quelle)

Schokolade ist nicht das magnesiumreichste Lebensmittel, obwohl es sehr wohl zu den Top 10 gehört. Es ist jedoch das einzige magnesiumreiche Lebensmittel, das auch dafür bekannt ist, dass es Neurotransmitteraktivitäten und die Dopaminproduktion erhöhen kann. (Quelle)

Schokolade, eigentlich Kakao, enthält also Magnesium. Doch was ist Magnesium? Und bekommen wir genug davon durch unsere Nahrung?

 

Was ist Magnesium?

 

Magnesium ist ein Mineralstoff, der sowohl in pflanzlichen als auch tierischen Lebensmitteln enthalten ist. Der Körper kann ihn nicht selbständig erzeugen, wir müssen ihn daher mit unserer täglichen Nahrung zu uns nehmen. Wir benötigen täglich etwa 400 mg Magnesium.

Es gibt kaum einen Vorgang im Körper der ohne Magnesium auskommt.

Denn Magnesium … (Quelle)

  • aktiviert mehr als 300 Enzyme.
  • schützt das Nervensystem.
  • entspannt unsere Muskeln.
  • wirkt entzündungshemmend.
  • ist an der Regulierung des Blutdruck beteiligt.
  • ist am Glukosestoffwechsel beteiligt.
  • ist an der Proteinbildung beteiligt.
  • ist wichtig für die Knochenbildung.
  • wird für die Vitamin D Aufnahme benötigt.
  • hat entgiftende Eigenschaften.
  • aktiviert das Vitamin C.
  • kann noch vieles mehr …

Die Symptome eines Magnesiummangels können sein (Quelle 1 und Quelle 2):

  • Muskelzuckungen
  • Muskelzittern
  • Muskel-/Wadenkrämpfe
  • Verspannungen
  • Herzrasen, Herzrhythmusstörungen
  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • Nervosität
  • Schlafprobleme
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Verstopfung
  • Taubheitsgefühl in Armen und Beinen, Kribbeln
  • Menstruationsstörungen
  • Geräuschempfindlichkeit und Ohrensausen (Tinnitus)
  • u.v.m.

 

Wo ist Magnesium enthalten?

 

Neben der Schokolade ist Magnesium beispielsweise in grünblättrigem Gemüse und Kräutern (besonders Brennnessel), Nüssen und Kernen (bes. Cashews, Mandeln, Sesam, Kürbiskernen und Sonnenblumenkernen), Amaranth, Quinoa, getrockneten(!) Bananen, und auch anderen Trockenfrüchte wie Feigen oder Datteln enthalten.

Lebensmittel je 100 g

      Magnesiumgehalt in mg

Kakaopulver

420

Zartbitterschokolade

292

Vollkornbrot

292

Cashewnüsse

267

Sojaprodukte

260

Mandeln

252

Erdnüsse

167

Haferflocken

139

Bohnen

132

Vollkornmehl

130

Datteln

50

Feigen, getrocknet

70

Linsen

86

Spinat

58

Aprikosen, getrocknet

50

(Quelle)

 

Das Problem mit dem Magnesium

 

Wie wir sehen, ist Magnesium in vielen Lebensmitteln enthalten. Ein Magnesiummangel ist allerdings sehr häufig, und viele von uns sind immer wieder mal in unserem Leben damit konfrontiert. Wie kommt es dazu?

Die Nahrung, die auf unseren Böden angebaut wird, ist schon lange überdüngt und ausgelaugt. Die Böden enthalten viel weniger Mineralien als noch vor 100 Jahren. Wobei diese Entwicklung keine neue ist:

Statistiken des 1992 Rio Earth Summit (der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung, welche 1992 in Rio de Janeiro stattfand) zeigen, dass der Mineraliengehalt der weltweiten Böden sich dramatisch reduziert hat. (Quelle)

Prozentsatz des Mineralienabbaus in den Böden in den letzten 100 Jahren, nach Kontinent:

  • Nordamerika – 85%
  • Südamerika – 76%
  • Asien – 76%
  • Afrika – 74%
  • Europa – 72%
  • Australien – 55%

Mit der heute üblichen Ernährung kann es daher mehr als schwierig werden, einen ausgeglichen Magnesiumspiegel zu erlangen und beizubehalten.

 

Aber zurück zur Schokolade …

 

Magnesium ist, wie schon erwähnt, nicht der einzige Grund wieso wir Schokolade so sehr „genießen“. Schokolade hat einen direkten Einfluss auf unser Gehirn.

Die Tatsache, dass Schokolade einfach gut schmeckt und wir sie genießen, führt bereits dazu, dass unser Körper Dopamin ausschüttet während wir sie essen. Schokolade erhöht außerdem den Serotoningehalt im Gehirn, ein Neurotransmitter der für bessere Stimmung, besseren Schlaf und weniger Anspannung verantwortlich ist.

Ja, Schokolade hat eine positive Wirkung auf unsere Stimmung und ist außerdem sehr antioxidantienreich. Allerdings müssten wir Unmengen davon verzehren, um daraus eine positive Wirkung zu verspüren.

Dagegen spricht eindeutig der Zuckergehalt von Schokolade. Denn, Hand aufs Herz, greifen Sie wirklich zur zuckerarmen Bitterschokolade mit über 85% Kakaogehalt? Ja? Perfekt. Machen Sie weiter so. Die meisten Menschen bevorzugen allerdings die sehr zuckerreiche Vollmilchschokolade, die weiteren nicht sehr gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffe erwähne ich hier erst gar nicht.

 

Woher nun das Magnesium nehmen?

 

Schokolade sollte also nicht unser bevorzugter Magnesiumlieferant sein. Aber was sonst? Was können Sie sonst tun um Ihren Magnesiumspiegel hoch zu halten?

Das Wichtigste ist hier eindeutig die Ernährung, welche möglichst naturbelassen und hochwertig sein sollte.

Frei von Zucker, künstlichen Zusatzstoffen und Alkohol. Denn unser Körper benötigt weitaus mehr Mineralstoffe um diese Stoffe abzubauen als diese Nahrungsmittel an Mineralien liefern, sie sind quasi Mineralienräuber.

Außerdem frei von Lebensmitteln, die unsere Darmgesundheit beeinträchtigen. Hierzu gehören alle Nahrungsmittel, die wir schlichtweg nicht vertragen. Denn eine geschädigte Darmschleimhaut kann wiederum nur schwer Mineralien, und natürlich auch andere Nähr- und Vitalstoffe, aufnehmen.

 

Sind Nahrungsergänzungsmittel eine Option?

 

Vielen Menschen helfen Nahrungsergänzungsmittel, die Magnesium enthalten. Hier muss man wissen, dass es viele unterschiedliche Arten von Magnesium gibt, die alle unterschiedlich wirken und mehr oder weniger gut vom Körper aufgenommen werden. Die meistverkaufte Art ist das Magnesiumcitrat, welches viele allerdings nicht vertragen und davon Durchfall bekommen.

Eine gut verträgliche Möglichkeit, seinen Magnesiumspiegel zu erhöhen, ist das sogenannte transdermale Magnesium. Es ist Magnesium, das nicht innerlich eingenommen, sondern äußerlich über die Haut aufgenommen wird. Und zwar zu nahezu 100%, denn das Magnesium muss nicht erst über den Verdauungstrakt, durch welchen nur ein Teil des Magnesiums auch tatsächlich in den Blutkreislauf gelangt. (Quelle)

Es gibt zwei Arten von transdermalem Magnesium:

  • Einerseits das Magnesiumsulfat, auch als Epsomsalz bekannt, das man beispielsweise durch ein Vollbad oder Fußbad aufnehmen kann.
  • Und andererseits das Magnesiumchlorid, welches flüssig ist und als Spray auf die Haut aufgetragen wird. Es wird auch als Magnesiumöl bezeichnet, da es sich auf der Haut anfühlt wie Öl. Es ist allerdings kein Öl, sondern lediglich in Wasser aufgelöstes Magnesiumchlorid.

Ich selbst verwende beides, sowohl das Magnesiumöl (ich mache es allerdings selber, das Rezept folgt in Kürze), als auch das Epsomsalz für Vollbäder (in welches ich vorher noch einige Tropfen ätherisches Lavendelöl mische … mmmh, sehr angenehm nach einem langen, stressigen Tag, durch die entspannende Wirkung von Magnesium als auch Lavendel 🙂 ).

 

Was ich bei Heißhunger auf Schokolade tue

 

Dank meines seit einigen Jahren sehr ausgeglichenen Magnesiumhaushalts erlebe ich keinen Heißhunger mehr auf Schokolade. Nein … Moment … ich muss mich korrigieren. Ich erlebe sehr wohl stressigere Zeiten, in denen sich dieser Heißhunger dann doch wieder meldet. Für mich ein eindeutiges Zeichen, dass mein Körper mehr Magnesium und Schlaf benötigt als in ruhigeren Zeiten.

 

So, jetzt bin ich neugierig 😉  Kennen Sie diesen Heißhunger auf Schokolade? Welche essen Sie am liebsten? 

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Mag. Klaudia Schuh

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