Digital Detox: 5 neue digitale Gewohnheiten für die Fastenzeit … Ihrem Schlaf und Ihrer Gesundheit zuliebe
Digital Detox: 5 neue digitale Gewohnheiten für die Fastenzeit … Ihrem Schlaf und Ihrer Gesundheit zuliebe

Digital Detox: 5 neue digitale Gewohnheiten für die Fastenzeit … Ihrem Schlaf und Ihrer Gesundheit zuliebe

Fasten, um aus ungesunden Gewohnheiten auszubrechen

 

Das Fasten – also der Verzicht auf eine bestimmte Sache für eine bestimmte Zeit – wird allgemein als ursprünglich religiöser Natur und in den letzten Jahren auch als gesundheitlich fördernd gesehen.

In der Bibel selbst wird das Fasten an einigen Stellen erwähnt. So soll der Verzicht auf z.B. Nahrung uns dazu verhelfen, uns besser auf unsere Nähe zu Gott zu konzentrieren. „Indem wir unsere Augen von den Dingen der Welt abwenden, können wir uns besser auf Christus konzentrieren.“ (Quelle) In der katholischen Kirche wird eine 40-tägige Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern als Zeit der Umkehr, des Neuwerdens und eine Zeit der Gottesbegegnung begangen. (Quelle)

Unabhängig davon ob man sich selbst nun als religiös, christlich oder gläubig bezeichnen würde – oder was man prinzipiell von der Kirche hält, wird die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern auch heutzutage noch von vielen Menschen dazu genutzt, aus ungesunden Gewohnheiten auszubrechen, zumindest für 40 Tage. 

Längst sind auch die gesundheitlichen Vorteile des Fastens bekannt. Das Fasten von Nahrung kann zu einer verbesserten Entgiftung, Ausscheidung und Regeneration des Körpers führen. (Quelle) So verzichten einige Menschen auf bestimmte Nahrungsmittel wie Süßigkeiten, Fleisch oder Kaffee, andere versuchen sich während dieser Zeit am intermittierenden Fasten und verzichten daher täglich 16 Stunden lang auf jegliche Nahrung, und andere wiederum auf ihr Auto oder auf Plastik.

Praktisch auch, dass die Fastenzeit in den Frühling fällt – und damit einhergehend eine Zeit mit mehr Sonne, mehr Zeit im Freien, dadurch mehr Motivation und mehr Energie. 

Worauf möchten Sie in den kommenden 40 Tagen verzichten? Wenn Sie sich noch keine Gedanken dazu gemacht haben, lassen Sie mich Ihnen eine der vielen Möglichkeiten vorstellen – und hoffentlich möglichst schmackhaft präsentieren 😉

 

Wieviel Zeit verbringen Sie mit digitalen Medien?

 

Überlegen Sie sich einen Moment lang, wieviel Zeit Sie täglich mit digitalen Medien verbringen:

  • Denken Sie dabei nicht nur an die Zeit die Sie in sozialen Medien wie Facebook, Instagram, Youtube & Co. verbringen.
  • Sondern auch an das Arbeiten am Computer im Büro.
  • An berufliche Emails, aber auch an private Emails.
  • An das Fotografieren mit dem Handy.
  • An das Fernsehen. 
  • Und so weiter … 

Wenn Sie sich nicht sicher sind, verfolgen Sie einen kompletten Tag lang Ihre Nutzung von digitalen Medien. Schreiben Sie alles auf: das Medium (wie z.B. Facebook, Fernseher usw.) als auch die Zeit die Sie damit verbracht haben.

Hilfreich hierfür ist auch die mittlerweile auf fast allen Handys verfügbaren Apps oder eingebauten Funktionen wie das Tracken der eigenen Handynutzung, z.B. die Offtime App.

Was davon erscheint Ihnen sinnvoll und notwendig für Ihr Leben? Was davon eher nicht? Und was davon stresst Sie sogar?

 

Ein Leben ohne digitale Medien?!

 

Kaum einer kann sich heutzutage vorstellen, ohne digitale Medien zu leben. Das verlangt auch niemand. Und doch kann es sinnvoll sein, seinen Konsum von digitalen Medien etwas näher unter die Lupe zu nehmen, um in Zukunft achtsamer mit diesen Medien umzugehen.

Was das bedeutet, und inwiefern es sich auf unseren Schlaf und unsere Gesundheit auswirken kann – das verrate ich Ihnen in den nachfolgend gelisteten 5 Möglichkeiten, wie Sie in der kommenden Fastenzeit von digitalen Medien fasten können.

Der mittlerweile gebräuchliche Name für diese digitale Fastenzeit ist übrigens „Digital Detox“, ins Deutsche übersetzt „digitales Entgiften“.

 

1) Soziale Medien

 

Haben Sie manchmal das Gefühl, Sie würden zu viel Zeit in sozialen Medien verbringen? Wie wäre es mit einem zeitlich begrenzten Verzicht auf eine App über die Fastenzeit?

Schauen wir uns mal Facebook an: Laut einer Studie kann eine exzessive Facebook-Nutzung zu Depressionen und geringem Selbstwertgefühl führen (Quelle).

Eine weitere Studie hat herausgefunden, dass 34% der durchschnittlichen Nutzer von sozialen Medien ihren Facebook-Account in den letzten 10 Minuten gecheckt haben, knapp dahinter WhatsApp. Bei jüngeren Menschen liegt Whatsapp auf Nummer 1 der meistgecheckten sozialen Medien, knapp dahinter Instagram. (Quelle)  Ist das bereits eine exzessive Nutzung?

Um herausfzufinden, ob Sie Facebook – oder auch andere soziale Medien – exzessiv nutzen, löschen Sie die App von Ihrem Handy und meiden Sie es eine Zeit lang, Ihr Facebook-Konto zu checken.

Wie geht es Ihnen damit? Macht es Sie nervös? Falls ja, verzichten Sie umso mehr darauf und stellen Sie sich auf einige sehr harte Tage ein. Am Ende werden Sie sich aber ziemlich wahrscheinlich „befreiter“ fühlen. Was tun Sie mit der gewonnenen Zeit?

 

2) Schlafen ohne Handy

 

Liegt Ihr Handy auf Ihrem Nachttisch während Sie schlafen? Vermutlich verwenden Sie es als Wecker, nicht wahr?

Wenn ich mit meinen Klienten über ihre Handynutzung spreche, fällt den meisten keine Alternative zum Handywecker ein. Aber wie wäre es mit einem ganz normalen Wecker? Ganz ohne Strom, ohne LED-Display, dafür batteriebetrieben und mit einem geräuschlosen, schleichenden Zeiger.

Es gibt zwei Gründe, wieso der ganz normale Wecker allemal besser für unseren Schlaf ist als das Handy. 

Erstens ist ein Handy „blaulichtemittierend“, d.h. das Display hat einen starken Blaulicht-Anteil. Auch die Natur hat diesen – und zwar finden wir einen starken Blaulichtanteil in den Vormittags- und Mittagsstunden, wenn wir uns im Freien im Sonnenlicht befinden. Dieses Blaulicht sendet über die Augen ein Signal an unser Gehirn, dass die „Wachhormone“ ausgeschüttet werden sollen. Und so kann uns das Blaulicht – sowohl von der Sonne als auch von künstlichen Lichtquellen wie Handy, Fernseher und LED-Licht – wach und munter machen.

Laut einer Studie (Quelle) geht hervor, dass 200 mg Koffein (entspricht einem doppelten Espresso) 3 Stunden vor dem Zubettgehen einen direkten Einfluss auf die circadiane Uhr in den Körperzellen hat indem es die Schlafphasen um etwa 40 Minuten verschiebt. Kaffee vor dem Schlafengehen wirkt sich also negativ auf den Schlaf aus. Ist keine Überraschung.

Was die Forscher allerdings noch herausgefunden haben ist sehr wohl interessant: In derselben Studie sahen sie sich einen zweiten Faktor an, und zwar das Licht. Mit dem Resultat, dass helles Licht den circadianen Rhythmus noch mehr verschob als Koffein, und zwar um 85 Minuten, also doppelt so lange wie durch einen doppelten Espresso.

Das bedeutet, dass wir jedes Mal wenn wir auf das Display unseres Handys blicken ein Signal an unser Gehirn mit der Information senden, dass die Sonne scheint und wir nun wach zu sein haben. Dieses Licht bewirkt zu jeder Nachtzeit, dass die Ausschüttung unseres Schlafhormons Melatonin unterdrückt wird. Wenn wir also vor dem Schlafengehen noch am Handy sind oder bei Durchschlafstörungen zum Handy greifen, tun wir unserem Schlaf keinen Gefallen. 

Zweitens ist mittlerweile allseits bekannt, dass Handys sowie andere elektronische und elektrische Geräte elektromagnetische Strahlung emittieren. Wir können sie nicht sehen, wir können Sie nicht riechen, und nicht jeder kann sie spüren (manche Menschen allerdings schon) – kann also nicht so schlimm sein, nicht wahr? Nun, es gibt mittlerweile eine Reihe an Studien, die belegen, dass die von Handys & Co. ausgehende Strahlung sehr wohl gesundheitsschädlich und schlafstörend wirken kann.

Dr. Masami Ishido und sein Team bewiesen in einer Studie (Quelle), dass Brustkrebszellen, welche zuvor erfolgreich mit dem Schlafhormon Melatonin behandelt worden waren, wieder anfingen zu wachsen wenn sie der elektromagnetischen Strahlung des Stromnetzes ausgesetzt waren. Interessant dabei war auch die Tatsache, dass es irrelevant war wie stark das Feld war. Es gab sogar Hinweise darauf, dass die Auswirkungen der schwächeren elektromagnetischen Felder stärker waren.

Dr. Graham fand heraus, dass elektromagnetische Strahlung besonders dann gefährlich ist, wenn es zu sogenannten „Einschaltströmen“ kommt, wenn das Feld also nicht kontinuierlich stark ist sondern es Unterbrechungen oder Stromstöße gibt. Dabei wird innerhalb kürzester Zeit ganz viel Energie freigesetzt. Dies geschieht immer dann wenn Lampen oder andere elektrische Geräte eingeschaltet werden, Kompressoren anspringen, Dimmer betätigt werden, usw. (Quelle)

Eine Störung bzw. Unterdrückung der Melatoninausschüttung findet also nicht nur bei hellen Lichtreizen wie dem Handydisplay statt, sondern auch bei sich im Umfeld befindlichen Frequenzen, die nur wenig über den haushaltsüblichen Frequenzen von etwa 50 Hz liegen.

Wer nun also neben dem Handy oder einem strombetriebenen digitalen Radiowecker schläft umgibt sich damit ständiger elektromagnetischer Strahlung. Dies allein reicht bereits aus um die nächtliche Melatoninausschüttung zu stören. Schlafstörungen können die Folge sein, langfristig auch weitere Krankheiten die mit einer geringen Melatoninausschüttung in Verbindung stehen.

Dies gilt natürlich nicht, wenn sich das Handy im Flugmodus befindet. Aber dieser ist schnell ausgeschaltet, wenn man mitten in der Nacht wenn man nicht schlafen kann doch das Bedürfnis hat, etwas zu googeln. Und schon hat man wieder das Blaulicht und die elektromagnetische Strahlung …

Wie schlafen Sie denn zurzeit?

Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Schlaf könnte besser und tiefer sein, dann versuchen Sie es doch einmal eine Zeit lang: Verzichten Sie über die Fastenzeit in den späten Abend- und Nachtstunden auf Ihr Handy. Legen Sie es in einen anderen Raum. Keine Sorge, wenn Sie erreichbar sein möchten für Notfälle, werden Sie den Klingelton trotzdem hören. Aber Sie werden nicht mehr so stark das Bedürfnis verspüren, vor dem Schlafengehen zum Handy zu greifen, und nachts schon gar nicht. 

 

3) Gaming

 

Laut einer britischen Studie verbringen Jugendliche und junge Erwachsene 11 Stunden pro Woche damit, auf dem PC, Tablet oder Handy zu spielen. (Quelle)

Eine andere Studie bestätigt, dass mehr als 73% aller jungen Erwachsenen aufgrund ihres Spielverhaltens bereits gesundheitliche Probleme in Form von Augenbeschwerden, Nackenverspannungen und Kopfschmerzen haben. (Quelle)

Alle digitalen Medien haben gemeinsam, dass Sie blaulichtemittierend sind. Was das bedeutet haben wir bei der nächtlichen Nutzung des Handys besprochen. Dies gilt natürlich genauso auch für das Spielen in den Abend- und Nachtstunden.

Ist es das wert? Auch hier, nehmen Sie sich 40 Tage lang vor, auf das Spielen komplett zu verzichten, oder zumindest während der Abend- und Nachtzeiten. Der Anfang wird hart sein. Halten Sie durch – und halten Sie nach einigen Tagen inne. Wie geht es Ihnen ohne Gaming?

 

4) Phubbing

 

Ein witziges Wort, nicht wahr? Mit dem englischsprachigen Begriff “Phubbing” wird das Verhalten bezeichnet, wenn man sich mehr mit dem Handy beschäftigt als mit den Menschen um uns herum. Wenn wir beispielsweise auf das Handy schauen während unser Kind oder Partner mit uns spricht. 

Viele von uns haben außerdem die Gewohnheit, die Arbeit mit nach Hause zu nehmen, und zwar in Form des Abrufens der Firmenmails am Handy. Dass dies der Work-Life-Balance – und damit der emotionalen Gesundheit – nicht zuträglich ist, liegt wohl auf der Hand.

Beobachten Sie sich in nächster Zeit. Legen Sie das Handy beiseite während Sie mit jemandem sprechen oder beim gemeinsamen Essen? Wenn nicht, nehmen Sie sich während der Fastenzeit genau dies vor. Widmen Sie Ihre volle Aufmerksamkeit Ihrer Familie, Ihren Arbeitskollegen und Ihren Freunden, ohne jegliche Ablenkung durch das Handy. 

Besonders unseren Kindern leben wir auf diese Weise einen achtsamen Umgang mit digitalen Medien vor. Wir können von Kindern und Jugendlichen natürlich nicht verlangen, dass sie weniger Zeit am Handy verbringen, wenn wir selbst es nicht tun, nicht wahr?

 

5) 5:2 Digital Detox

 

Wie wäre es mit einer kompletten Abstinenz von Handy & Co. an einem, oder idealerweise sogar an zwei Tagen in der Woche? An jenen Tagen an denen Sie viel Zeit mit der Familie verbringen, sich im Freien aufhalten und einen Abstand zur Arbeit gewinnen können. Am Wochenende!

Um den Versuchungen zu entkommen, löschen Sie Freitag Abend alle App Icons von Ihrem Handy, die Sie dazu verführen könnten, sie zu benutzen. Am Montag können Sie diese wieder auf Ihr Handy zurückholen. 

Geben Sie der Familie und Freunden Bescheid, dass Sie telefonisch erreichbar sind, aber keine sonstigen Nachrichten checken werden.

Und dann genießen Sie ganz viel qualitative hochwertige Zeit mit den Menschen die Ihnen lieb sind. Entspannen Sie Ihre Augen und Ihren Nacken. Verbringen Sie Zeit im Freien, im Wald – und atmen Sie die von den Bäumen ausgehenden wohltuenden und entspannenden Terpene ein.

Denken Sie nicht, dass Sie Apps wie das Navi/Google Maps oder das OnlineBanking nicht weiterhin nutzen können. Wieviel Zeit verbringen Sie mit diesem Apps? Eben. Diese paar Minuten pro Tag fallen absolut nicht ins Gewicht. Es sind vielmehr die sozialen Medien, die sich als unsere ärgsten Zeiträuber entpuppen.

Es geht nicht um die komplette Nichtnutzung des Handys, sondern um einen achtsamen, gesundheits- und schlaffördernden Umgang mit diesem, und mit allen weiteren digitalen Medien in unserem Leben. 

 


 

Diese Zeit des Verzichts wird Ihnen gut tun … Lassen Sie sich darauf ein? 

 

Ich freue mich von Ihnen zu hören – gerne per Email, Kontaktformular oder auf meiner Facebookseite.

Die drei Punkte „Schlafen ohne Handy“, „Gaming“ und „Phubbing“ sind in meinem Leben kein Thema. Aber die Punkte „Soziale Medien“ (in meinem Privatleben) und „5:2 Digital Detox“ sind es sehr wohl, welche ich in der kommenden Fastenzeit ab Mittwoch angehen möchte. Ich freue mich schon darauf! 

 


 

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WICHTIG: Die dargestellten Informationen sind ausschließlich für den Informationsgebrauch bestimmt. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und können einen ärztlichen Rat nicht ersetzen. Ferner sind die dargestellten Informationen nicht dazu geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen. Ebenso wenig dürfen sie als Aufforderung zu einer bestimmten Behandlung oder Nicht-Behandlung einer möglichen Krankheit verstanden werden.

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